Experience Creates Value

SAP-Materialstammkonzept für SAP S/4HANA

Erwin Braumandl

SAP-Materialstammkonzept für SAP S/4HANA

Ausgangssituation

Im Rahmen einer Umstellung auf SAP S/4HANA (Greenfield-Ansatz) sollen mehrere Materialstämme in den bestehenden Legacy-Systemen des Kunden in einen Materialstamm in SAP S/4HANA konsolidiert werden. Da generell eine hohe Unsicherheit bestand, welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede diese Materialstämme exakt aufweisen, war dem Kunden unklar, wie man die Konsolidierung am besten umsetzen könnte. Daher hat man sich entschieden im Vorfeld ein Materialstammkonzept für diese Konsolidierung zu erstellen. Hauptziel war dabei einen global standardisierten und harmonisierten Materialstamm zu erreichen.

Konzeptionsprojekt

Zu Beginn des Projektes wurden die bestehenden Materialstämme (SAP und Non-SAP) detaillierter betrachtet und in deren Bedeutung bewertet. Dabei wurde festgelegt, dass man sich auf die SAP-ECC basierten Materialstämme fokussiert bzw. diese priorisiert.

Darauf aufbauend wurde dann für diese Materialstämme eine ausführliche Ist-Analyse durchgeführt.

Dabei wurden u.a. folgende Bereiche analysiert:

  • Basisdaten und Klassifikation als Kernelemente für eine Konsolidierung
  • Bewertung der weiteren Sichten im Hinblick auf deren Bedeutung für eine Konsolidierung
  • Analyse der Definition der priorisierten Attribute inklusive der Bewertung bestehender Unterschiede zwischen den Systemen
  • Analyse der bestehenden Datenpflegeprozesse und deren Unterscheide
  • Analyse des bestehenden Regelwerkes bei der Pflege der Daten
  • Analyse bestehender Integration zu anderen Quell- (z.B. PLM) und Zielsystemen

In der nachfolgenden Sollkonzeption wurde dann mit den Fachabteilungen und in Abstimmung mit den Stakeholdern das zukünftige Zielbild für den Materialstamm entworfen:

  • Einheitliche Definitionen für Materialarten, Materialnummer und Materialstatus
  • Eine globale Definition für die Attribute im Materialstamm (z.B. für den Materialkurztext) und Rückführung bestehender kundeneigener Felder in den SAP Standard
  • Eine Konsolidierungslogik („Golden Record“) für die Zusammenführung der Materialstämme inklusive einer Bewertung des Einflusses auf die Anzahl der Materialien nach Abschluss
  • Zentrale einheitliche rollen-, workflow- und regelbasierte Pflegeprozesse mit MDM-Tool-Unterstützung
  • Definition von Übergangsszenarien für die auf mehrere Jahre geplante Umstellung auf SAP S/4HANA
  • Definition von Integrationsszenarien, v.a. mit dem PLM-System, aber auch – für eine Übergangszeit – zu den SAP-ECC Systemen

Ergebnis

Nach Abschluss des Projektes bestand bei allen beteiligten Fachabteilungen und Stakeholdern des Kunden ein eindeutiges Bild, wie zum einen die Materialstämme zusammengeführt werden können und zum anderen ein gutes Verständnis, was der zukünftige standardisierte und harmonisierte Materialstamm bietet. Während des SAP S/4HANA-Projektes bestanden damit von Anfang an auch gute Voraussetzungen dieses Konzept bei den Geschäftsprozessdefinitionen einzubringen, zu bewerten, anzupassen bzw. zu erweitern.

Artikel teilen